In den angelsächsischen Schulsystemen herrscht ein anderes Menschenbild vor: Der Blick ist positiv. Die Frage, die die Pädagogen leitet: Was kann der Schüler, wo liegt seine Begabung, wo hat er Interessen und Stärken? Die wollen Internate dort entdecken und fördern. Die Internate sind schülerorientiert, weniger stofforientiert.
Kein Mensch entfaltet sich, weil er an seinen Schwächen herumfeilt. Doch ist er sich seiner Stärken bewusst und baut sie aus, bringt ihn das weiter. Dabei unterstützen ihn Internate.
Deswegen ist die Fächerauswahl, die Internate in Kanada oder Australien anbieten, in der Oberstufe reduziert; darin sind sie dann allerdings anspruchsvoll und leistungsorientiert.
Diese Anforderungen werden aber ohne Murren akzeptiert. Verständlich, konzentriert man sich doch auf das, was man liebt. Nicht auf das, was man muss. Die Leistung wird nicht abstrakt vom System gefordert. Sie ist an Menschen gekoppelt: an die Eigenverantwortung der Schüler und an die Lehrer. Das zeichnet Internate dort aus.