
Handynutzung im Internat
Darf man ein Smartphone im Internat benutzen – und welche Regeln gelten?
Kaum ein Thema bewegt Eltern und Schüler so sehr wie die Frage nach der Smartphonnutzung. Das Smartphone ist längst nicht mehr nur Telefon, sondern auch Uhr, Kamera, Messenger, Musikquelle und Tür zur Außenwelt. Doch wie sieht das im Internat aus – darf man es mitbringen, und wenn ja, wann darf man es überhaupt benutzen?
Unterschiedliche Regeln je nach Internat
Jedes Internat geht mit dieser Frage ein wenig anders um. Manche setzen auf strenge Verbote, andere vertrauen stärker auf Eigenverantwortung. Allen gemeinsam ist jedoch der Wunsch, die Jugendlichen erreichbar zu halten und digitale Fähigkeiten zu fördern – ohne dass Lernen und Gemeinschaft unter ständiger Ablenkung leiden. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Regeln in verschiedenen Internaten aus aller Welt.
So unterscheiden sich die Regeln in Deutschland, der Schweiz, Kanada und England
Wir beginnen in Deutschland und haben dazu beispielhaft eine der bekanntesten Internate des Landes zu ihrer Smartphoneregelung befragt: An der Schule Schloss Salem sind die Vorgaben klar nach Jahrgangsstufen gestaffelt. Die Jüngsten (Klassen 5–6) dürfen gar kein Smartphone nutzen, in den Jahrgängen 7–8 gibt es werktags nur eine Stunde am Abend, am Wochenende etwas länger. Ab Klasse 9 sind Smartphones nach dem Unterricht bis 21:30 Uhr erlaubt, Laptops ebenfalls. Grundregel bleibt: Während des Unterrichts und im Gemeinschaftsleben sind alle Geräte tabu.
Ganz anders in den Schweizer Bergen, an der Verbier International School: Dort gilt eine strikte No Phone Policy. Morgens werden die Smartphones eingesammelt und erst nach Schulschluss zurückgegeben. Im Internat selbst gibt es feste, kurze Zeitfenster für die private Nutzung – vor allem für den Kontakt mit der Familie.
Im Oberengadin am Lyceum Alpinum Zuoz geht man mit der Smartphonenutzung differenzierter um. Smartphones sollen tagsüber unsichtbar bleiben. Jüngere Schüler bekommen ihre Geräte abends für feste Zeitfenster, ältere dürfen sie etwas länger nutzen. Auffällig ist die Empfehlung der Schule: lieber ein einfaches Mobiltelefon als ein Smartphone – Telefonieren ja, SMS auch, Social Media jedoch möglichst nicht. Konkrete minutengenaue Nutzungszeiten kommuniziert die Schule öffentlich nicht.
Noch einmal anders läuft es in Kanada, an der Lakefield College School. Dort ist der Umgang mit Technik streng geregelt, aber klar strukturiert. Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 11 müssen ihre Geräte abends abgeben. Wer sein Smartphone oder Tablet behalten möchte, muss bis zur 12. Klasse warten – und selbst dann gilt: Wenn der Schlaf leidet, greift das House Staff ein und sammelt die Geräte ein. Morgens vor dem Frühstück gibt es sie zurück, damit der Tag ohne nächtliches Scrollen beginnt. Dazu kommen die sogenannten tech-free spaces, Orte, an denen kein Smartphone erlaubt ist. Wer dagegen verstößt, erlebt eine klare Abfolge an Konsequenzen: Erst ein Gespräch, dann 24 Stunden ohne Gerät, schließlich eine offizielle Verwarnung oder sogar der Gang vor den Disziplinarausschuss.
Und schließlich ein Sprung nach England, zum Malvern College. Wer dort als jüngerer Schüler ein Smartphone dabeihat, muss es im Duty Room seines Boardinghauses abgeben. Unter der Woche darf während des Schultages von 8:10 bis 16:30 Uhr nicht telefoniert werden, ebenso nicht beim Mittagessen und nicht über Nacht. Nach 16:30 Uhr ist die Nutzung grundsätzlich möglich. Am Samstag erhalten die Schüler ihre Geräte nach dem Lunch zurück. Die älteren Schüler in der Sixth Form dürfen ihre Smartphones zwar behalten, aber auch sie dürfen sie während des Schultages nicht benutzen. Wer es trotzdem tut, muss sein Gerät für drei Tage abgeben.
Fazit
Am Ende wird deutlich: Ob in Deutschland, der Schweiz, Kanada oder Großbritannien – die Regeln unterscheiden sich, doch das Ziel ist dasselbe. Die Schulen wollen ihre Schüler von ständiger Ablenkung entlasten und ihnen den bewussten Umgang mit digitalen Geräten beibringen. Gleichzeitig ist es im Internatskontext deutlich einfacher, solche Regelungen konsequent durchzusetzen als zu Hause. Eltern stehen oft unter Druck, weil andere Familien unterschiedliche Regeln haben, und schnell entstehen Diskussionen darüber, wann und wie ein Smartphone genutzt werden darf. Internate können ein einheitliches Regelwerk für alle schaffen, ohne dass einzelne Kinder benachteiligt werden. Das erleichtert konsequente Umsetzung und schützt Jugendliche – gerade mit Blick auf die drängende Frage des Social-Media-Konsums und seine teilweise erheblichen Auswirkungen – vor einem unkontrollierten Gebrauch digitaler Medien.
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